Brauhaus Bad Sobernheim

Erweiterungsneubau und Umbau des Kulturdenkmals Disibodenberger-Kapelle zu einer Brauereigaststätte

Die Disibodenberger Kapelle wurde im 15. Jahrhundert in Bad Sobernheim errichtet und gilt als herausragendes Kulturdenkmal jener Zeit. Das Gebäude wurde jedoch nur knapp 100 Jahre als Sakralbau genutzt und stand lange Zeit leer. Jetzt soll es eine neue Nutzung erhalten und so der Fortbestand des Kulturgutes gesichert werden.

Architektur

Die Kapelle wird zu einer Brauereigaststätte umgenutzt. Dafür nutzen wir einen Teil der in der Vergangenheit eingezogenen Zwischendecken und bauen diese nur teilweise zurück, so dass der ehemalige Sakralraum wieder in seiner ursprünglichen Form erfasst werden kann.

Die notwendige technische Infrastruktur der Gastronomie, sowie die erforderlichen Sanitärbereiche und Lagerräume werden in einem Nebengebäude untergebracht. Der Neubau wird mit verglasten Gängen an die Kapelle angeschlossen.

Die Brautechnik und der Gär- und Lagerkeller befinden sich  im Gewölbekeller der Kapelle. Ein Biergarten und ein weiteres Funktionsgebäude komplettieren den Entwurf.

Die drei Ebenen werden durch eine filigrane Glas-Stahl-Konstruktion miteinander verbunden.

Bemerkenswert

  • Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1388 über eine Stiftung von 2 Höfen in Eckelsheim und mehreren Ländereien, die an das Kloster Disibodenberg zur Unterstüzung des Baus der Marienkapelle am Sobernheimer Wirtschaftshof des Klosters vererbt wurden.
  • Die spätgotische Kapelle gehörte zum Bad Sobernheimer Wirtschaftshof des Klosters Disibodenberg, der Wirkungsstätte der Heiligen Hildegard von Bingen (übrigens wahrscheinlich die erste Frau, die etwas über die Bierbraukunst geschrieben hat).
  • Wegen ihrer großen, vollständig erhaltenen Dachstühle aus dem 15. Jahrhundert und einer kunsthandwerklich gestalteten Zwischendecke aus dem 16. Jahrhundert ist die Kapelle ein bedeutendes Technikdenkmal des Zimmermannshandwerks.
  • Durch die Revitalisierung wird das Gebäude wieder genutzt und damit der langfristige Erhalt der ehemaligen Kapelle gesichert.
  • Die hölzerne Zwischendecke wird nur teilweise rückgebaut, so dass die zwischenzeitliche Umnutzung der Kapelle zu einem Lagerhaus ablesbar bleibt.
  • Das Projekt wurde von der Deutsche Stiftung Denkmalschutz gefördert.
  • Das Craft-Beer »Denkmalz« gibt es als Helles, Dunkles und Weizenbier. Sehr lecker! Wir haben alle getestet. Ausgiebig.

Typologie
Umbau
Erweiterung
Neubau
Denkmalschutz
Brauhaus
Gastronomie

Ort
Bad Sobernheim

Fertigstellung
2019

Auftragsart
Auftrag nach Einladungswettbewerb

Leistungsumfang
Architektur
Lph. 1 – 5
Künstlerische Oberleitung

Bruttogrundfläche
ca. 3.000 qm

Auszeichnungen
Auswahl Tag der Architektur 2018
Auswahl Tag des offenen Denkmals 2019